Samstag, 29. Dezember 2012

Die Julzeit und die Rauhnächte


Für die Menschen des Alten Europa war die Mittwinterzeit so elementar, so aufgeladen mit Kraft und Sinn, so durchwirkt von Kräften der Anderswelt, daß es als die höchste und die den göttlichen Kräften am nächsten stehende Zeit im ganzen Jahreskreis empfunden wurde.
Diese Intensität des Zeitempfindens drückt sich unter anderem darin aus, daß von JUL-Gezeiten gesprochen wird. Die JUL-Gezeiten im weiteren Sinn beginnen ca. 3 Wochen vor und enden ca. 3 Wochen nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Sie umfassen die Zeit des endgültigen Rückzugs allen Lebens bis zu dem unheimlichen Tiefpunkt des Jahres, der Thomasnacht, dann die Sonnenwende, das Lichtfest, die Zwölf Heiligen Nächte bis zu ihrem Höhepunkt, dem Perchtentag und enden mit dem Arbeitsbeginn nach Perchta.

Es sind zwei astrologische Besonderheiten in der Julzeit: die Sonnenwende und die 12 heiligen Nächte (vom 25.12.- 6.1.). Die Zwölf Heiligen Nächte, kurz Zwölfer genannt, sind mindestens so alt wie die keltisch-germanische Tradition. Sie haben ihre Wurzeln in der Astrologie.
In alten Zeiten wurde alles vom Mondkalender bestimmt. Das Mondjahr hat 344 Nächte, das Sonnenjahr 366. Die Differenz zwischen diesen beiden Zählweisen sind genau 12 Tage und Nächte. Diese Differenz war nicht nur bekannt, sondern es war den Menschen eine besonders heilige, den Göttinnen geweihte Zeit.
Es ist die Zeit, in der die Zeit still steht, sozusagen zusätzliche, geschenkte, heilige Zeit. Dementsprechend wird in der älteren Sprache der 6.Januar als letzter dieser 12 Ausgleichsnächte als „Hochneujahr“ bezeichnet, denn erst nach den 12 Ausgleichsnächten begann das Neue Jahr.
So finden wir also im keltisch-germanischen Kulturraum das Fest der Sonnenwende (21.12.) mit den 12 Weihenächten und dem abschließenden Hochneujahr als eine kraftgeladene Hoch-Zeit im Jahreskreis.

Das Räuchern bedeutet eine Reinigung auf der nicht sichtbaren, der spirituellen, energetischen Ebene. Mit dem Räucherwerk reinigen wir das Haus von unerwünschten, negativen Energien. Auch unsere eigene Aura reinigen wir mit unserer Räucherung, lösen schwierige Energien damit auf und fördern das Leichte und Klare in uns.
Zum Räuchern eignen sichTannen und Kiefernzweige, Wacholder, Weihrauch und Myrrhe, Salbei und Lavendel. Alle diese Pflanzen haben eine stark desinfizierende Wirkung.

Ich persönlich räuchere am liebsten mit weißem Salbei, da seine reinigende Wirkung von den genannten Pflanzen am stärksten ist.
Ein gutes Buch zum Thema Räuchern ist  "Das Buch vom Räuchern" von Susanne Fischer-Rizzi.

Die 12 Tage und vor allem Nächte sind die wichtigste Orakelzeit des ganzen Jahres. Denn die Wesen der Anderswelt sind zugegen und warten nur darauf, zu uns sprechen zu können.
Außerdem lag der ausgeprägten Orakelzeit in den Zwölfern die Erfahrung zugrunde, daß jeder Tag zwischen dem 25.Dezember und dem 5.Januar in seiner energetischen Struktur einem ganzen Monat des Neuen Jahres entspricht (z.B. 25.12.=Januar; 26.12.=Februar usw.). Alles, was in dieser Zeit geschieht, hat in irgendeiner Weise Orakelcharakter für die Zeitqualität des entsprechenden Monats im Neuen Jahr. Und gleichzeitig können wir durch unser Tun beeinflussen, welchen Charakter der Monat hat.
Am Perchtentag können wir dieses natürliche „Jahreshoroskop“ nochmals überprüfen, und gegebenenfalls andere Akzente setzen. Denn dieser Tag steht für das ganze Jahr, und seinen 12 Stunden zwischen 6 Uhr morgens und 6 Uhr abends entsprechen wiederum den 12 Monaten.

Silvester
Es liegt auf der Hand, daß Silvester und Neujahr in früheren Zeiten nicht die herausragende Rolle wie heute hatten. Heute ist sozusagen die gesamte Bedeutung der Zwölfer auf diese 2 Tage zusammengeschrumpft. Es gibt eine Fülle nordeuropäischer Sagen, die von nächtlichem Besuch durch die Huldren und Trolle handelt. Dieser Besuch gilt als besonders unheimlich, und so wird am Silvesterabend das ganze Haus noch einmal gründlich geräuchert.
Silvester ist besonders günstig für Liebes- und Wohlstandsorakel. Aus einem alten Bußbuch ist folgendes überliefert:
Wir backen neunerlei Gebildbrote (Lebkuchen): Mann, Frau, Baby, Wiege, Leiter, Schlüssel, Stein, Totenkopf und Ring. Diese kommen in eine zugedeckte Schüssel, aus der sich jede Frau dann, ohne hinzusehen, eines herausholt. Die Deutung erfolgt gemeinsam.



Kommentare:

  1. Hier in Bayern sind die Rauhnächte auch noch sehr lebendig. Dass der Perchtentag noch einmal das ganze Jahr symbolisiert, habe ich allerdings noch nicht gewusst. Werde noch mal besonders darauf achten.

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  2. Interesting story, Synnöve.
    I wish you and your loved ones a very happy and healthy 2013.
    Have a nice day, Irma

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  3. zeker de midwinterfeesten dat ging er vroeger ruw aan toe.een hele fijne jaarwisseling.

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  4. Ob ich wohl in diesem Jahr besonders sensibel auf die Rauhnächte reagiere oder ob sie besonders rauh sind? Ich weiß es nicht,behaupte aber mal, dass ich diese Zeit noch nie so intensiv empfunden habe.
    Schön hast Du das Thema beschrieben und ja, geräuchert wird hier auch. Das Buch ist wirklich empfehlenswert, ich habe schon vieles dort nachgelesen.
    Liebe Synnöve, ich wünsche Dir ein sanftes ankommen im neuen Jahr und dass sich wieder alles hinsortieren wird für Dich. Einen guten Rutsch und alles Liebe
    von Joona

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